Nach Jahren, in denen ich mich fast ausschließlich mit Servern, Netzwerken und selbstgeschriebenem PHP-Code beschäftigt habe, wollte ich mal wieder etwas Physisches ausprobieren, bei dem ich abends nicht auf einen Bildschirm, sondern in den Himmel schaue. In diesem Beitrag stelle ich das Gerät vor, gehe auf die technischen Eckdaten ein und schreibe kurz, was mich daran gereizt hat.
Was ist das DWARF 3 überhaupt?
Das DWARF 3 gehört zur Kategorie der sogenannten "Smart Telescopes" – kompakte, vollintegrierte Geräte, die klassische Teleskoptechnik mit Kamera, Motorsteuerung und Bildverarbeitung in einem einzigen Gehäuse vereinen. Man schaut nicht mehr durch ein Okular, sondern verbindet sich per WLAN mit einer Smartphone- oder Tablet-App und sieht das Livebild dort. Ausrichten, Nachführen, Fokussieren und sogar das automatische Stacken der Einzelbilder übernimmt das Gerät weitgehend selbst.
Für mich als jemanden, der gerne alles selbst konfiguriert und versteht, war das zunächst fast ungewohnt – aber genau diese Einstiegshürde wollte ich mir für den Anfang bewusst sparen, um erstmal Ergebnisse zu sehen, bevor ich mich in die Tiefen der klassischen Astrofotografie mit Nachführmontierung, Autoguiding und Co. einarbeite.
Technische Eckdaten
Ein paar Zahlen zum Gerät, die ich mir vorab genauer angeschaut habe:
Gewicht: knapp 1,3 kg – etwa so groß und schwer wie ein dickeres Buch, entsprechend leicht für unterwegs Dual-Kamera-System: Teleobjektiv mit 35 mm Öffnung und 150 mm Brennweite (entspricht ca. 740 mm Kleinbildäquivalent) Weitwinkelkamera mit 3,4 mm Öffnung und rund 6,7 mm Brennweite, nützlich für Milchstraßenaufnahmen und zur Orientierung am Himmel Sensor: Sony IMX678 STARVIS 2 mit 8,3 Megapixel, bekannt für gute Lichtempfindlichkeit bei wenig Bildrauschen Belichtung: Einzelbelichtungen bis 90 Sekunden möglich, dazu automatisches Live-Stacking Montierung: wahlweise Alt-Az- oder EQ-Modus (Äquatorial), Letzterer eliminiert die Bildfelddrehung bei längeren Aufnahmesessions Ausrichtung: automatisches Plate-Solving – das Gerät fotografiert den Himmel, gleicht das Bild mit einer internen Sternkarte ab und weiß so genau, wohin es schaut Filter: drei umschaltbare Filter – Tageslicht-, Astro- und Sonnenfilter Akku: 10.000 mAh, laut Hersteller bis zu 5,5 Stunden durchgängiger astronomischer Aufnahmebetrieb Speicher: 128 GB intern Gehäuse: IP54-geschützt, also staub- und spritzwassergeschützt für den Einsatz draußen Verbindung: WLAN-Kopplung mit der App, zusätzlich NFC-Schnellverbindung
Damit lassen sich laut Datenblatt und diversen Testberichten Mond, Sonne (mit entsprechendem Filter), Planeten, Sternhaufen, Galaxien und Nebel fotografieren – aber auch klassische Naturfotografie, Gigapixel-Panoramen oder Objektverfolgung bei Tag sind möglich.
Warum gerade dieses Gerät
Bei der Recherche bin ich neben dem DWARF 3 auch auf teils deutlich teurere Konkurrenzprodukte gestoßen. Für den Einstieg fand ich das Preis-Leistungs-Verhältnis aber stimmig, gerade weil man mit einer vollintegrierten Lösung startet, ohne gleich in eine komplette Ausrüstung aus Montierung, Leitrohr, Guiding-Kamera und separater Steuerungssoftware investieren zu müssen. Der geplante Ablauf am Zielort ist denkbar einfach: Akku laden, auf ein Stativ schrauben, App starten, Ziel auswählen – der Rest läuft automatisch.
Was als Nächstes kommt
Als erste Ziele habe ich mir Klassiker wie den Mond, die Andromedagalaxie und ein paar hellere Nebel vorgenommen, um ein Gefühl für die Bildqualität und das Stacking-Ergebnis zu bekommen. Sobald die ersten brauchbaren Aufnahmen entstanden sind, folgt hier ein Beitrag mit den Ergebnissen – inklusive Nachbearbeitung. Vielleicht überlege ich mir mittelfristig auch, wie ich die Aufnahmen automatisiert in meine eigene CMS-Mediathek einspeisen kann, aber dazu später mehr.
Wer selbst mit dem Gedanken spielt, in die Astrofotografie einzusteigen: Ich melde mich, sobald ich die ersten klaren Nächte hinter mir habe.
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